Bericht vom Josefstag 2008

Festtagsmusiker als Mitglieder in Handwerkerverein St. Josef aufgenommen

Garmisch-Partenkirchen - Zu Zeiten, da es noch keine Handwerkskammern und Innungen gab und das gesamte Werdenfelser Land zwischen Farchant, Grainau und Mittenwald lediglich 6000 Einwohner zählte, zu jenen Zeiten also wurde im Marktflecken  Partenkirchen mit seinen kaum 1600 Seelen bereits eine Organisation gegründet, die sich bis zum heutigen Tag erhalten hat: "Der Schreiner und Zimmerleuth Handwercksversammlung anno 1776" steht über dem ersten der sorgfältig verwahrten Protokollbücher und nachdem sich selbige Vereinigung unter das Patronat des Handwerker-Heiligen Sankt Josef gestellt hat, wurde denn auch am Josefitag die Generalversammlung begangen.

Der "St.-Josef-Handwerker-Verein Partenkirchen", wie er offiziell heißt, gehört  mit seinen 232 Jahren zu den ältesten Vereinigungen jeglicher Art in Altbayern, war einst eine Art Zunft und ist heute lediglich noch eine Traditions-Organisation ohne große irdische Ziele. Den 155 Mitgliedern geht es vielmehr um das Hochhalten eines kulturellen Erbes, auch lässt man mal ein altes Berg- oder Wegkreuz renovieren oder eine uralte Kapelle. Schön, dass es so etwas  in Zeiten der Globalisierung noch gibt.

Schon zu Beginn des Jahrtags hatte Pfarrer Karl Hofherr die Gedenkmesse für die lebenden und verstorbenen Mitglieder zelebriert, ehe Sepp Gröbl, vor einem Jahr als Nachfolger von Sepp Baudrexl gewählter Vorsitzender des Vereins, im Gasthof Fraundorfer zur Versammlung willkommen hieß: "Ich begrüß' Euch alle miteinand'", sagte er diplomatisch, "und hebe niemand besonders hervor, weil bei uns alle gleichberechtigt sind". Danach erinnerte er an die lange Tradition des Vereins, ehe der ebenfalls neue Schriftführer Sepp Grasegger an das Geschehen des vergangenen Jahres erinnerte, das freilich nur die  Generalversammlung umfasste; die Teilnahme am Vereine-Eisstockschießen, bei dem die Josefi-Mitglieder sonst stets  als Sieger hervorgingen, war diesmal nicht möglich, weil die Moarschaft nicht rechtzeitig antrat - ihr sei die falsche Zeit "eig'sogt" worden.

Von durchaus erfreulichen Finanzen berichtete anschließend Kasssier Sepp Wax und Sepp Angelbauer, neben Sepp Lechner einer der beiden Kassenprüfer, riet dazu, den Überschuss zinsgünstiger als Festgeld anzulegen.

Beim St.-Josef-Handwerkerverein gibt's seit jeher  Ehrungen nur bei einem  runden Geburtstag, beim 65. nämlich: Das dabei fällige "Josefi-Krügerl" aus Glas und Zinn bekamen heuer Bernhard Berwein, Sepp Jocher, Andreas Herzog, Hans Renner und Andreas Rieger. Schließlich war auch noch eine Nachwahl fällig: Anstelle des im vergangenen Jahr verstorbenen 2. Vorsitzenden Sepp Hellweger wurde einstimmig dessen Sohn zum Vize-Vorstand gekürt und für Toni Weiß, der sein Amt als Beisitzer zur Verfügung stellte, wählte die Versammlung  Hansjörg Gröbl und zwar  nur wenige Minuten, nachdem er als Neumitglied aufgenommen worden war. "Ein alter Verein mit einer sehr verjüngten  Vorstandschaft", sagte Vorstand Sepp Gröbl nicht ohne Stolz.

Der Jahrtag wurde wie seit vielen Jahren von der "Festtags-Blasmusik" aus Dunningen umrahmt, die aus Schwaben kommt, aber ihre Freud' dran hat, für den Partenkirchner Verein zum Nulltarif aufzuspielen; prompt wurden die fünf  wackeren Schwaben deshalb auch als Mitglieder aufgenommen. Wk